- Acht Sendungstypen bekommen jeweils ein festes Materialset, das ersetzt die spontane Entscheidung am Packplatz
- Sechs der acht Zeilen verlinken direkt in die passende Sortimentskategorie, ohne Umweg über die Produktsuche
- Die Faustregel für die Materialwahl: Hohlraum und Fläche sprechen für Papier, punktuelle Stöße sprechen für Luftkissen
Am Packplatz wird oft improvisiert. Wer gerade Zeit hat, greift zum Material, das am nächsten liegt.
Das kostet nicht beim Materialpreis. Es kostet bei der Schadensquote, wenn Elektronik in Schrenzpapier statt Luftpolsterfolie landet.
Diese Matrix legt für acht typische Sendungstypen das passende Material fest. Sie zeigt außerdem, wo du es im Sortiment findest.
Welches Material in welcher Menge nötig ist, zeigt der Pillar Hub Material richtig kombinieren.
Warum kostet uneinheitliches Füllmaterial mehr als schlechtes Füllmaterial?
Schlechtes Material erkennst du sofort, es reißt oder polstert nicht genug. Uneinheitliches Material erkennst du erst später, wenn die Schadensquote steigt und niemand weiß warum.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Sendungstyp ohne festes Set bekommt heute Luftpolsterfolie. Morgen ist es nur Packpapier.
Bei Glas oder Keramik macht das den Unterschied zwischen intaktem Artikel und Retourenfall. Die Schadensquote steigt nicht durch einen einzelnen Fehler. Sie steigt durch die Summe kleiner Abweichungen über Wochen.
Es kommt ein zweiter Kostenfaktor dazu: Zeit. Jede Packerin und jeder Packer muss die Materialwahl neu treffen. Das kostet ein paar Sekunden pro Sendung. Bei hohem Volumen summiert sich das zu echten Minuten am Tag.
- Jeder Packende trifft die Materialentscheidung neu, je nach Tagesform und Verfügbarkeit
- Reklamationen häufen sich bei genau den Sendungstypen, die kein festes Set haben
Welche Sendungstypen brauchen welche Materialkombination?
Die Matrix ist einfach aufgebaut. Du suchst den Sendungstyp und findest direkt die passende Kombination. Bei sechs von acht Typen führt die letzte Spalte direkt in die passende Kategorie.
| Sendungstyp | Karton / Verpackung | Polster / Füllmaterial | Verschluss / Sicherung | → Sortiment |
|---|---|---|---|---|
| Bücher, Kataloge, Flachdruck | Buchverpackungen aus Wellpappe | Keine, Inhalt liegt formstabil an | Papierklebeband | Buchverpackungen |
| Kleidung, Textilien, weiche Waren | Folienversandtasche | Keine, Material ist selbst weich | PP-Klebeband | Folienversandtaschen |
| Elektronik, empfindliche Geräte | Karton doppelwellig | Luftpolsterfolie um kritische Stellen | PVC-Klebeband verstärkt | Luftpolsterfolie |
| Glas, Keramik, Bruchgut | Karton doppelwellig | Luftpolsterkissen, Artikel komplett umschlossen | PVC-Klebeband verstärkt | Nicht im Sortiment |
| Kosmetik, Flüssigkeiten mit Schutzverpackung | Karton einwellig | Seidenpapier plus Schutzbeutel | Papierklebeband | Seidenpapier |
| Werkzeug, Schweres, Kantiges | Karton doppelwellig mit Kantenschutz | Keine, Kantenschutzwinkel übernehmen die Aufgabe | Panzertape | Nicht im Sortiment |
| Mehrere kleine Artikel in einer Sendung | Karton einwellig mit Trennlagen | Polsterpapier zur Trennung und Fixierung | Papierklebeband | Polsterpapier |
| Retouren-Versandset (Hin- und Rückweg) | Karton doppelwellig, wiederverwendbar | Minimal, für zweite Nutzung ausgelegt | Doppelseitiges Klebeband für Zweitverschluss | Doppelseitiges Klebeband |
Wann ist Papierpolster besser als Luftkissen, und wann umgekehrt?
Papierpolster eignet sich für Hohlräume und leichte Füllung. Schrenzpapier oder Polsterpapier funktioniert gut bei mehreren kleinen Artikeln in einer Sendung.
Luftkissen und Luftpolsterfolie eignen sich für punktuelle Polsterung. Elektronik mit einzelnen empfindlichen Stellen ist ein typisches Beispiel.
Für Glas und Keramik sind Luftpolsterkissen die robustere Wahl. Sie umschließen den Artikel komplett.
Bei mehreren kleinen Artikeln in einer Sendung ist Polsterpapier oft die pragmatischste Wahl. Es lässt sich schnell zuschneiden und trennt die Artikel voneinander.
Papier ist außerdem leichter im Versandgewicht und einfacher zu entsorgen. Luftkissen brauchen ein Befüllgerät am Packplatz, das zusätzlichen Platz beansprucht.
Faustregel: Fläche und Hohlraum sprechen für Papier, punktuelle Stöße sprechen für Luft.
Welche Materialkombinationen sind klare No-Gos?
Diese Kombinationen tauchen in der Praxis am häufigsten auf. Die Matrix oben hilft, sie zu vermeiden.
- Schweres Werkzeug in einwelligem Karton ohne Kantenschutz, der Karton knickt an der Kante ein
- Glas oder Keramik nur mit Schrenzpapier ohne zusätzliche Polsterkissen, das reicht bei Stößen nicht
- Kosmetik mit Flüssigkeiten ohne Schutzverpackung im selben Karton wie Textilien, ein Leck beschädigt beides
- Retourenversandsets mit einmaligem Klebeband, das beim zweiten Verschließen nicht mehr hält
- Einwelliger Karton für Sendungen über 10 Kilogramm, der Karton verliert bei Belastung schnell seine Form
Wie du Kartongrößen für die passende Außenverpackung findest, zeigt der Artikel zur Kartongrößen-Matrix.
Wie stellst du sicher, dass am Packplatz immer das richtige Set greifbar ist?
Die beste Matrix nützt nichts, wenn sie nur im Intranet liegt. Am Packplatz zählt, was griffbereit und sichtbar ist.
- Materialset pro Sendungstyp direkt am Packplatz lagern, nicht im Zentrallager auf Zuruf holen
- Vorlage laminiert aushängen, damit auch neue Kolleginnen und Kollegen ohne Rückfrage packen können
- Lagerplatz pro Materialset farblich oder mit Symbol kennzeichnen. So ist die Zuordnung auch ohne Vorlage sofort erkennbar
Im Saisongeschäft ändert sich oft kurzfristig, welche Sendungstypen dominieren. Die Kennzeichnung am Lagerplatz sollte deshalb regelmäßig geprüft werden, nicht nur einmal beim Einrichten.
Wechselt das Sortiment, etwa durch neue Produktgrößen, muss auch die Materialzuordnung neu bewertet werden. Ein kurzer Check pro Quartal ist sinnvoll. Er hilft dabei, Lücken zu finden, bevor sie am Packplatz zu Schäden führen.
Wer das nicht macht, riskiert veraltete Vorlagen. Diese passen dann nicht mehr zum aktuellen Sendungsmix. Kurze Rückmeldung aus dem Team hilft, Abweichungen früh zu erkennen.
Wer diese Punkte umsetzt, braucht für die Materialwahl keine Rückfrage mehr. Das gilt unabhängig davon, wer gerade am Packplatz steht.
Die passende Material-Setup-Tabelle übernimmt genau diese Zuordnung, Sendungstyp zu Materialset zu Menge.
Material-Setup-Tabelle für den Packplatz
Acht Sendungstypen mit festem Materialset, Mengenangabe und Ausnahmefeld zum Ausdrucken.
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